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[ 505ORSO17 ] Studienfach Organisationssoziologie

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Workload Form der Prüfung Ausbildungslevel Studienfachbereich VerantwortlicheR Anbietende Uni
9 ECTS Kumulative Fachprüfung B2 - Bachelor 2. Jahr Sozialwissenschaften Ursula Rami Johannes Kepler Universität Linz
Detailinformationen
Quellcurriculum Bachelorstudium Soziologie 2017W
Ziele Organisationen sind ein zentrales Wesensmerkmal moderner Gesellschaften und haben sich, wie Max Weber eindrucksvoll beschrieben hat, in Prozessen der okzidentalen Rationalisierung herausgebildet. Als „Entzauberung der Welt“ beschreibt Weber eine Entwicklung, in der magische und religiöse Weltbilder in den Hintergrund treten und die Berechenbarkeit und Beherrschbarkeit der Welt zu übergeordneten Denkmodellen werden. Die bürokratische Organisation gilt als Idealtypus moderner Organisationen, weil sie als Mittel zum Zweck die von Menschen gesetzten kollektiven Ziele verfolgen und hervorbringen.
Während bis in die frühen 1980er Jahre neben zahlreichen Klein- und Mittelbetrieben (KMU) große, bürokratische Organisationen den öffentlichen Sektor und die Wirtschaft dominiert haben, finden wir heute Bürokratien und netzwerkartige Betriebe mit flachen Hierarchien, virtuelle Organisationen (z.B. Crowd-Sourcing), Ein-Personen- und Mikrounternehmen sowie Arbeitsorganisationen zur Massenproduktion räumlich und zeitlich nebeneinander. Die Organisation der Arbeit, betriebliche Arbeitsorganisationen sowie Interessenorganisationen (Gewerkschaften, Unternehmensverbände, etc.) und deren gesellschaftliche Einbettung sind Themen dieser Speziellen Soziologie, denen wir uns konzeptionell-theoretisch sowie empirisch-praktisch (durch Gruppendiskussionen, ReferentInnen aus verschiedenen Organisationen, Exkursionen in die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer) annähern. Konzeptioneller Ausgangspunkt ist die Typologie von Richard Scott und Gerald F. Davis (2007), die zwischen rationalen, natürlichen und offenen Systemperspektiven auf die Organisation unterscheiden und diesen Perspektiven die verschiedenen Organisationstheorien und deren historische Genese zuordnen. Der rationalen Systemperspektive lassen sich etwa die Bürokratietheorie Max Webers, Produktionskonzepte des Taylorismus und Fordismus zuordnen, die natürliche Systemperspektive umfasst macht- und konflikttheoretische Ansätze sowie auf Émile Durkheim basierende integrationsorientierte Ansätze, etwa die Human Relations Bewegung. Unter die offene Systemperspektive lassen sich etwa feldtheoretische (Pierre Bourdieu) und neo-institutionalistische Konzepte der Organisationstheorien fassen.
Lehrinhalte
  • Überblick über zentrale Themen, Forschungs- und Anwendungsbereiche der Organisationssoziologie
  • Zentrale Grundbegriffe und theoretische Positionen werden erläutert
  • Vorstellung historischer und aktueller theoretischer Zugänge und Befunde der Organisationssoziologie
  • Aktuelle Fragen in der gegenwärtigen Diskussion der gesellschaftlichen Auswirkungen werden kritisch wahrgenommen und reflektiert
  • Entwicklungen und Trends im Bereich der Organisationsoziologie werden diskutiert
  • Aktuelle Erkenntnisse der Forschungen zu "Organisation und Geschlecht" werden dargestellt
Sonstige Informationen Im Rahmen des Bachelorstudiums sind zwei Spezielle Soziologien zu wählen, wobei in jeder der gewählten Speziellen Soziologie eine Grundlagenlehrveranstaltung und eine Vertiefungslehrveranstaltung zu absolvieren ist.
Untergeordnete Studienfächer, Module und Lehrveranstaltungen